Aufstellungsarbeiten


Das TAO der Familienaufstellung - Bewegungen der Seele

Es gibt ein Ding, das ist unterschiedslos vollendet.

Bevor der Himmel und die Erde waren, ist es schon da,

so still, so einsam.

Allein steht es und ändert sich nicht.

Im Kreis läuft es und gefährdet sich nicht.

Man kann es nennen die Mutter der Welt.

Ich weiß nicht seinen Namen.

Ich bezeichne es als Weg.

Lao-Tse

Das 'Wandern in Muße' des alten Weisen Lao-Tse können wir als jene Gelassenheit erfahren, die sich innen einstellt, wenn die Ereignisse ihrer Natur folgen können. Das Schauen ohne Absicht, das Handeln durch 'Nicht-Tun' sind auch jene Haltungen, die beim Aufstellen die tiefste Wirkung hervorbringen.

 

Aber wie kann man dieses Tao in der eigenen Erfahrung erleben? Dadurch, dass man lernt, nicht zu urteilen, nicht zu bevorzugen oder auszuschliessen und indem man stets das Ganze ins Auge fasst. 

 

Familienaufstellung bezeichnet ein Verfahren, bei dem Personen stellvertretend für Familienmitglieder eines Klienten gestellt werden, um aus einer Wahrnehmungsposition gewisse Muster innerhalb jenes Familien-Systems erkennen zu können. Das Familienstellen gründet auf der Vermutung, dass innerlich-grundlegende Beziehungen auch innerlich räumlich abgespeichert wirken. Darüberhinaus gilt es, dem Tao des Familienstellens bzw. den Bewegungen der Seele zu folgen.

 

Gut geschultes Beobachten ist hier wichtig !

 

Das setzt voraus, dass man sich dem Wagnis der Wahrnehmung seiner eigenen Seele gestellt hat, angefangen mit dem Nehmen seiner Eltern bis hin zum Anerkennen des Schicksals der gesamten Sippe. Mit dieser Grundhaltung kann die Wahrnehmung wachsen für mögliche Täuschungen über sich selbst wie auch für das, was hilft, sich daraus zu lösen. Das hat zweierlei zur Folge:

Zum einen ist es möglich, dass das eigene Wahrnehmen im Lauf der Zeit eine zunehmende Weitung und Verdichtung erfährt.

 

Zum anderen wird diese Entwicklung dazu führen, dass man als Helfer im Stande ist, klarer die zentrale Selbsttäuschung des Klienten im Augenblick zu erkennen, durch die dessen Familiengewissen wirkt, und für ihn einen Impuls zu schaffen, um darüber hinaus zu gelangen.

 

Das heißt aber auch, dass, solange sich etwas Unwahrhaftiges zwischen Helfer und Klient abspielt, sich dieser nicht seinem Schicksal stellen kann. 

Klienten mit Angst und deren eigenen gewalttätigen Impulse

Wer dauerhaft Angst empfindet, die u.U. sich schon im Körper manifestiert hat, hat in Wahrheit Angst vor den eigenen gewalttätigen bzw. mörderischen Impulsen, die aus dem System stammen. Hierbei können Identifizierungen mit Täter- und Opferenergien eine Rolle spielen, was sich dann bei Clienten häufig in Aggresivität zeigt. 

 

Der Helfer bringt, wo möglich, eine Seelenbewegung ans Licht, vielleicht auch in Gang, und zieht sich dann genügsam zurück..

 

Ebenso bedeutsam ist es, über die Ebene des Geistes nachzudenken. Der hinter der Seele stehende, sie steuernde und "inspirierende" Geist wurde von Bert Hellinger als "unerschöpflich schöpferische Kraft" bezeichnet, der ihr Ordnungen vorgibt.

 

Für manche Familienmitglieder werden dann aus der anwesenden Seminargruppe Stellvertreter ausgewählt, die sich zueinander in Beziehung positionieren. Auch für den Klienten selbst gibt es einen Stellvertreter, der für dessen eigenes Ich (Fokus) steht und zu den anderen repräsentierten Familienmitgliedern in räumlichen Bezug gestellt wird.

Voraussetzungen

Entscheidend für den sinnvollen Verlauf einer Familienaufstellung ist, dass der jeweilige Klient ein ernsthaftes Anliegen hat (Leidensdruck).

 

Die Teilnahme an Familienaufstellungen auch als Stellvertreter setzt im Allgemeinen normale körperliche und psychische Belastbarkeit voraus.